Geometrie mal anders – das Geobrett



Eine Gerade, ein Dreieck, ein Buchstabe oder eine andere Figur – Figuren und Formen sind an der Tafel abstrakte Gebilde. Sollen sie auch noch gespiegelt oder gedreht werden, erfordert die Vorstellung dieser Vorgänge große Anstrengung. Nicht jeder vermag es, sich solche Formen und ihre Lage im Raum so vor Augen zu führen, dass mit ihnen gearbeitet werden kann. Im wahrsten Sinne erfassen können Schüler jedoch solche Aufgaben mit Hilfe des Geobretts. Auf einem Holztäfelchen mit Brettstiften können mit Gummibändern Formen aufgespannt werden. Beim Spannen eines Dreiecks müssen die drei Ecken abgezählt werden. Nun ist auch leichter vorstellbar, ob eine Figur symmetrisch ist; es wird einfacher, eine Spiegelachse auszumachen oder einen Drehpunkt. Ein Einstieg in die Geometrie auf diese Weise ist wiederum eine Hilfe, später solche Aufgaben abstrakt zu lösen. Eine Vielzahl von Aufgabenkarten bringt Abwechslung in die Beschäftigung mit dem Geobrett, auch eigene Karten können ausgefüllt werden. Der Schwierigkeitsgrad erhöht sich mit der Anzahl von Stiften, die Formen können immer genauer gespannt werden. Wie bei vielen anderen Montessori Materialien, fördert diese Lernmethode auch die Feinmotorik, da die Figuren und Formen je nach Anzahl der Stecker mehr oder weniger filigran mit Gummis gespannt werden müssen. Das gilt ebenso beim Spannen von Buchstaben und Zahlen. So wie das Abstreichen von Sand Buchstaben Kinder im Vorschulalter beim Einstieg in das Schreiben hilft bevor ein Stift „zwischen Hirn und Hand“ gelegt wird, prägen sich Formen wesentlich besser ein indem die Kinder sie am Geobrett selbst und eigenhändig konstruieren – anstatt sie mit Kreide an die Tafel zu malen aus dem Buch kennen zu lernen. Jüngere Geschwister finden das Geobrett übrigens auch interessant.   
 


Das Geobrett mit Ergänzungsmaterial


Das Geobrett unter den Montessori Materialien kann mit Aufgabenkarten auf vielfältige Weise genutzt werden. Kinder ab vier Jahren lernen mit Karten ab drei mal drei Löchern, einfache Formen und Figuren mit den Gummibändern zu spannen, der Schwierigkeitsgrad wird erhöht mit der Zunahme von Löchern, bis zum 24 mal 24 Zentimeter großem Geobrett mit 121 Löchern für die einzeln herausnehmbaren Holzstöpsel. Diese Montessori Materialien erfordern bereits filigrane Feinarbeit beim Spannen. Im Set mit dem Geobrett sind Karten erhältlich, auf denen Buchstaben oder Figuren aufgedruckt sind die es zu spannen gilt. Damit werden Koordination, Grob- und Feinmotorik sowie die Raum-Lage-Wahrnehmung geübt. Richtig spannende wird das einfache Lehrmaterial mit weiterem Ergänzungsmaterialien wie zur Achsen- und Punktspiegelung, dem Drehen sowie dem Vergrößern und Verkleinern. Selbst diese Bereiche sind bereits Kindern in einem Alter von ab vier Jahren zugänglich. Eine Arbeitskartei mit 20 Stationen hilft, die Symmetrie unterschiedlicher Figuren zu erkennen, die Aufgabenkarten ermuntern das Kind, einfach auszuprobieren und ganz neben bei Vorstellungen des räumlichen Denkens zu entwickeln um später Lösungsansätze auch abstrakt durchdenken zu können. Wer weiß, wie ein Dreieck aufzubauen ist, kann es auch ohne materielle Vorlage „abrufen“ und „be-greift“ im wahrsten Sinne des Wortes, dass es keine Rechten Winkel hat wie das Viereck, da die Winkel weitaus spitzer gespannt werden müssen. Dass es unmöglich ist, einen Kreis zu konstruieren weil nicht genügend Ecken gespannt werden können, ist ebenso erfahrbar wie die Größe von Flächen vorstellbar wird -  somit auch ihre Teilung. Damit ist der Einstieg in die Flächenberechnung gegeben. Erstaunlich ist, dass mit dem Geobrett die Basis hierfür bereits im Vorschulalter gelegt wird, und das auf spielerische Weise.